AUFBRUCHSTIMMUNG IM IKT-SEKTOR

IKT-Konvent: Bundesregierung und Branchenvertreter sprechen sich für akkordierten Investitionsplan für Breitbandmilliarde aus.

„Wir stehen vor einem Meilenstein. Es ist das erste Mal, dass eine IKT-Strategie für Österreich in einem Regierungsprogramm erwähnt wird.“ Mit diesen Worten eröffnete Rudolf Kemler, Präsident der INTERNETOFFENSIVE ÖSTERREICH (IOÖ), den gestern zum dritten Mal stattfindenden IKT-Konvent Österreich und begrüßte neben zahlreichen Vertretern von Industrie und Wirtschaft vor allem auch eine hochrangig besetzte Abordnung der Bundesregierung: Infrastrukturminister Alois Stöger, Außenminister Sebastian Kurz, Sozialminister Rudolf Hundstorfer, Familienministerin Sophie Karmasin sowie Staatssekretärin Sonja Steßl waren gekommen, um gemeinsam über die Zukunft der IKT-Nation Österreich und die Umsetzung der IKT-Strategie zu diskutieren. Kemler bilanziert positiv über den bisherigen Weg der Internetoffensive: „Die IOÖ wurde vor 6 Jahren gegründet, jetzt sind wir mitten in der Umsetzung unserer Themen. Dabei ist unser Ziel immer gleich geblieben, nämlich über Informations- und Kommunikationstechnologien den Wohlstand und die Entwicklung Österreichs positiv zu beeinflussen.“, so Kemler. 

 

„Netze-Minister“ Stöger: „Wir haben keine Zeit zu verlieren“

Infrastrukturminister Alois Stöger, der sich als Ressortchef von Verkehr, Innovation und Technologie selbst als „Netze-Minister“ bezeichnete, erklärte wie wichtig es sei, durch den Breitbandausbau Chancengleichheit zu schaffen und drängte auf den Faktor Zeit: „Die Breitbandmilliarde kommt und wir wollen keine Zeit verlieren. Das Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie investiert bereits im Jahr 2015 bis zu 300 Millionen Euro für den österreichweiten Ausbau. Breitbandnetze bilden die Infrastruktur für IKT-Anwendungen und sind somit der Motor für unsere Informationsgesellschaft. Bund, Länder, Gemeinden und Telekommunikationsfirmen werden, im Sinne des heimischen Wirtschaftsstandorts und der Lebensqualität in Österreich, gemeinsam an einem Strang ziehen.“

 

Außenminister Kurz: Gute Rahmenbedingungen für IKT-Start Ups

Regierungskollege Sebastian Kurz freute sich darüber, dass das Thema nun auch auf EU-Ebene einen neuen Stellenwert bekommen habe – immerhin sind ab November gleich zwei Kommissare mit IKT-Agenden betraut – und betonte, dass auch in Österreich das Thema ressortübergreifend aufgenommen wurde. Immerhin, so Kurz, hänge ein Großteil des Wirtschaftswachstums an der IKT-Entwicklung eines Landes: „Kreativität und Innovation ermöglichen Wirtschaftswachstum und Erfolg in Österreich. Dafür braucht es die besten Köpfe an unseren Universitäten und FHs sowie gute Rahmenbedingungen für unsere Start-Ups im IKT-Bereich, insbesondere im Rahmen der EU 2020 Strategie. Schaffen wir das, leisten wir einen wichtigen Beitrag, um den Standort Österreich zu sichern.“

 

Staatssekretärin Steßl: Verwaltungseffizienz und Service für BürgerInnen


Staatssekretärin Sonja Steßl, die für den öffentlichen Dienst und für die Verwaltungsreform und somit auch für das Thema E-Government zuständig ist, stellte klar, dass vor allem die staatliche Verwaltung durch den Einsatz von IKT effizienter ebenso wie für breite Schichten zugänglicher werden müsse: „Mir war es persönlich ein Anliegen, dass im Verwaltungsreform-Paket, das wir im Zuge der Regierungsklausur vereinbart haben, auch wesentliche E-Government-Elemente enthalten sind. Es geht mir um mehr Verwaltungseffizienz, aber auch um mehr Service für Bürgerinnen und Bürger sowie für Unternehmen." Bereits jetzt nützten mehr als 70 Prozent der österreichischen Bevölkerung E-Government-Anwendungen. Diese gelte es nun weiter auszubauen und die IKT Strategie in einen gut koordinierten Prozess umzusetzen. 

 

Sozialminister Hundstorfer: Wissensgesellschaft für alle

„Die IKT-Entwicklung findet statt, ob wir wollen oder nicht. Wir können nur versuchen, sie aktiv mitzugestalten“, so stieg Rudolf Hundstorfer in das Thema ein, das ihn laut eigener Aussage von verschiedensten Seiten her betreffe. Als Minister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz betonte er die vielen Möglichkeiten, die IKT-Entwicklungen mit sich brächten, aber „ich bin mir auch der Herausforderungen bewusst“, so Hundstorfer. Im Arbeitsmarkt, bei den Pensionen, der Langzeitpflege und im Konsumentenschutz sei vieles zu erreichen, wobei sicher gestellt gehöre, dass alle Menschen erreicht werden. „Wir als Staat müssen dort besonders aktiv sein, wo die Gefahr droht, dass ein Teil der Bevölkerung nicht an der Wissensgesellschaft des Internets partizipieren kann.“

 

Familienministerin Karmasin: Bessere Vereinbarkeit von Familie und Arbeit

Bundesministerin Sophie Karmasin sah die Breitbandmilliarde aus Familiensicht und ging auf die neuen Möglichkeiten und Chancen ein, die IKT für eine „familienfreundliche Arbeitswelt“ bieten kann: „Home-Office-Lösungen sind ein wichtiger Schlüssel für eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Ein weiteres wichtiges IKT-Thema vom Standpunkt der Familien- und Jugendministerin ist die Medienkompetenz von Kindern, Jugendlichen und Eltern. „Es ist nicht die Frage ob digitale Medien genutzt werden, sondern wie diese Medien genutzt werden. 51% der österreichischen Kinder nutzen das Internet täglich. Den kompetenten Umgang mit digitalen Medien zu vermitteln, bei dem die Chancen der neuen Medien genutzt aber auch die Gefahren erkannt und bewältigt werden können ist Ziel der Medienkompetenz-Schulungsangeboten unseres Ministeriums“, erklärt Karmasin. 

 

Vernetzung ist das Wort des Jahrzehnts 

Neben Vertretern der Bundesregierung kamen beim gestrigen IKT-Konvent auch Vorstandsmitglieder der IOÖ zu Wort, die allesamt über ihre Visionen und Pläne für die unmittelbare Zukunft der Branche und die Investitionen, die durch die Breitbandmilliarde möglich werden, sprachen. Außerdem präsentierte der Sprecher des deutschen Städte- und Gemeindebundes, Franz-Reinhard Habbel, die IKT-Bemühungen Deutschlands und zeigte Beispiele, wo so genannte „Smart Cities“ bereits jetzt statt fänden.

 

Fotos zum 3. IKT-Konvent Österreich: http://www.internetoffensive.at/inhalt/fotos/fotos-vom-3-ikt-konvent

Videos zum 3. IKT-Konvent Österreich: http://www.internetoffensive.at/2-ikt-konvent-0

 

 

 

Foto: APA/ Martin Hörmandinger