INTERNETOFFENSIVE ÖSTERREICH fordert rasches Einlenken um einem weiteren IKT-Absturz entgegenzusteuern

Einmal mehr wird der akute Handlungsbedarf für die Aufwertung des IKT-Standort Österreichs bei Begutachtung der aktuellen Ergebnisse des maßgeblichen IKT-Rankings Networked Readiness Index (NRI) sichtbar.

Alleine im letzten Jahr fiel Österreich von Platz 19 auf Platz 22 zurück. „Österreich verliert im internationalen Vergleich zunehmend an Bedeutung. Auffällig ist, dass wir in den Politik-bezogenen Indikatoren, wie „government success in ICT promotion“ und „importance of ICT’s to government vision of the future“ schlecht abschneiden“, so Jan Trionow, CEO der Hutchison Drei GmbH und IOÖ-Vorstand. Um dieser Entwicklung rasch gegenzusteuern, müssen wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen geschaffen, Anreize für Investitionen gesetzt und Bewusstsein für den Zukunftsfaktor IKT geschaffen werden.

Anlässlich dieser ernüchternden IKT-Entwicklung hat die INTERNETOFFENSIVE ÖSTERREICH (IOÖ) im Namen der österreichischen IKT-Branche eine gemeinsame Position zu den aktuellen Anliegen der Tele-kommunikationsunternehmen erarbeitet und diese in einem offenen Brief an die österreichische Bundesregierung übermittelt. 

Wie internationale Benchmarks zeigen, steht besonders die österreichische Telekommunikationsbranche vor wesentlichen Herausforderungen:

• Österreich ist der wettbewerbsintensivste Telekommunikationsmarkt in Europa

• Der Druck auf die Margen der Telekommunikationsbranche erhöht sich konstant

• Die neuesten Vorschläge der EU-Kommission zur Telekomregulierung machen massive Neuinvestitionen in moderne Netzinfrastruktur unrentabel

 Österreich braucht eine innovative und wachstumsstarke Telekommunikationsbranche. Daher fordert die INTERNETOFFENSIVE ÖSTERREICH ein rasches Einlenken der Politik in den folgenden fünf Punkten:

• EU Regulierung: “Connected Continent“: A Digital Single Market (DSM) 

• Breitbandoffensive des Bundes

• Neue innovative Technologien zulassen / Potentiale voll ausschöpfen

• Cyber Sicherheit / Schutz kritischer Infrastruktur

• Festplattenabgabe

 

EU Regulierung: “Connected Continent“: A Digital Single Market (DSM) 

Die INTERNETOFFENSIVE ÖSTERREICH spricht sich klar gegen den DSM-Gesetzesvorschlag in seiner derzeitigen Form aus. Einschneidende Regulierungen in den Bereichen Roaming und Netzneutralität be-deuten für die europäische Telekommunikationsbranche Umsatzverluste in Millionenhöhe, die somit dem notwendigen Infrastrukturausbau nicht mehr zur Verfügung stehen. "Wir unterstützen die europäische Vision eines einheitlichen Binnenmarktes. Wenn die Roaming-Tarife abgeschafft werden, muss man der Telekombranche auch Zeit geben, um die Bilanzen auszubalancieren. Denn Österreich hat nach wie vor im Mobilfunk eines der niedrigsten Preisniveaus in Europa, bei gleichzeitig sehr hoher Qualität“, so Hannes Ametsreiter, CEO der Telekom Austria Group und IOÖ-Vizepräsident.

 

Breitbandoffensive des Bundes

Die INTERNETOFFENSIVE ÖSTERREICH fordert den notwendigen Schulterschluss zwischen Wirtschaft und Politik um einen wettbewerbsfähigen IKT-Standort Österreich zu etablieren. "Es bedarf einer koordi-nierten Vorgehensweise im Rahmen des Breitbandbüros des BMVIT. Darüber hinaus müssen Fördermittel ausreichend zur Verfügung gestellt und gemeinsam mit der Branche erarbeitet werden", so Thomas Arnoldner, Vorstandsvorsitzender der Alcatel-Lucent Austria AG und IOÖ-Vorstand.

 

Neue innovative Technologien zulassen / Potentiale voll ausschöpfen

Die INTERNETOFFENSIVE ÖSTERREICH unterstützt den Roll Out neuer Technologien wie G.fast (Datenübertragungsraten bis zu 1 Gbit/s), um die vorhandenen Potentiale der Kupferinfrastruktur bestmöglich auszuschöpfen.

 

Cyber Sicherheit / Schutz kritischer Infrastruktur

Die INTERNETOFFENSIVE ÖSTERREICH setzt sich für die rasche Implementierung der österreichischen Cyber-Security Strategie des BMI ein. Hohe Standards im Bereich Cyber Sicherheit betreffen nicht nur die österreichischen User, sondern stellen auch aus standortpolitischer Sicht Voraussetzungen für Innovation und Wachstum österreichischer Unternehmen dar.

 

Festplattenabgabe

Die INTERNETOFFENSIVE ÖSTERREICH spricht sich gegen die Einführung einer technologiefeindlichen gerätegebundenen Festplattenabgabe aus und begrüßt zeitgemäße Geschäftsmodelle für Kulturschaf-fende. "Die Einführung einer Festplattenabgabe auf Handys würde eine geschätzte Mehrbelastung von 45 Mio. Euro bedeuten, die letztlich von den Kunden getragen werden müssen. Damit kommen die Preise für Mobilfunk, die bereits durch exorbitante Frequenzentgelte belastet sind, unter weiteren Druck", so Andreas Bierwirth, CEO der T-Mobile Austria GmbH und IOÖ-Vorstand.

Der offene Brief der INTERNETOFFENSIVE ÖSTERREICHwurde gezeichnet von:

Ing. Rudolf Kemler, ÖIAG Vorstand und Präsident der IOÖ

Dr. Hannes Ametsreiter, CEO Telekom Austria Group und Vizepräsident der IOÖ

Dr. Andreas Bierwirth, CEO T-Mobile Austria GmbH und IOÖ-Vorstand

DI Jan Trionow, CEO Hutchison Drei Austria GmbH und IOÖ-Vorstand

Mag. Thomas Arnoldner, Vorstandsvorsitzender Alcatel-Lucent Austria AG und IOÖ-Vorstand

 

Foto: Tony Hegewald/pixelio