INTERNETOFFENSIVE ÖSTERREICH für Kulturbeitrag, aber gegen Festplattenabgabe

Nicht nur der Handel sondern die IKT-Branche steht vor einer Bedrohung durch die geplante Festplattenabgabe.

Ing. Rudolf Kemler, Präsident der INTERNETOFFENSIVE ÖSTERREICH und ÖIAG-Vorstand:

„Die geplante Festplattenabgabe in Ihrer derzeitigen Ausgestaltung schießt aus Sicht der IKT-Branche am Ziel vorbei und ist mit  den technischen Entwicklungen nicht vereinbar. Kunden würden Produkte zukünftig verstärkt im Ausland beziehen, was zu einem massiven Kaufkraftabfluss und in weiterer Folge zu einem Verlust von Arbeitsplätzen führen würde."

Dr. Andreas Bierwirth, Vorstand der INTERNETOFFENSIVE ÖSTERREICH und CEO der T-Mobile Austria:

"Aus Sicht der Branche ist eine Ausweitung der Urheberrechtsabgabe (Festplattenabgabe) auf Smartphones, Tablets und Festplatten nicht zielführend und löst nicht die Probleme auf Seiten der Kulturschaffenden. Ganz im Gegenteil werden dadurch für junge Künstlerinnen und Künstler Hürden aufgebaut, ihre Kreativleistungen mit wenig Aufwand zu einem breitem Publikum bringen zu können.“

DI Jan Trionow, CEO der Hutchison Drei Austria:

„Die Einführung einer Festplattenabgabe bedeutet eine weitere Belastung für die Zukunftsbranche Mobilfunk.“

 

Hier weitere Gründe die gegen die Abgabe sprechen:

• Doppel- bzw. Mehrfachbelastung der Nutzer (nochmalige Vergütung für Smartphone, Tablet oder Notebook auch wenn User bereits für heruntergeladene Musik gezahlt hat)

• Nutzer zahlt Abgabe für 100% der Trägerkapazität seines Gerätes, selbst wenn keine oder nur geringe Speicherung von Privatkopien vorliegt

• Erwerb von Speichermedien im Ausland bzw. über das Internet führt zu Kapitalabfluss

• Vernichtung von Arbeitsplätzen sowohl im Handel  als auch in der Mobilfunkbranche, wegen notwendigen zusätzlichen Einsparungen

• Probleme wie illegaler Up-/Download oder Einbeziehung künftiger technologischer Entwicklungen (z.B. Cloud, Streaming) werden durch die Festplattenabgabe nicht gelöst

 

Die IOÖ ist der Überzeugung, dass eine zukunftsorientierte Lösung notwendig ist, die unabhängig vom jeweiligen Device und der verwendeten Technologie ist.

Die Branche regt das Alternativmodell eines „Kulturbeitrages“ als Aufschlag auf die GIS–Gebühr an. Dieser wird an die Verwertungsgesellschaften abgeführt und bringt folgende Vorteile mit sich:

• Beitrag ist unabhängig von der Anzahl der Devices und der gewählten Technologie

• Beitrag ist unabhängig von dem Verwendungszweck der Trägermaterialien

• Kein weiterer Verlust von Arbeitsplätzen im Handel und in der Mobilfunkbranche

• Etabliertes GIS-System: Gewährleistung, dass Kulturbeitrag flächendeckend eingehoben wird und Abfuhr an die Verwertungsgesellschaften

• Zukunftsorientierung: Beitrag kann derzeit ungelöste Probleme berücksichtigen (z.B. illegaler Upload)