INTERNETOFFENSIVE ÖSTERREICH plädiert für Stakeholder-Dialog zur gerechten Abgeltung von Kulturschaffenden

Die INTERNETOFFENSIVE ÖSTERREICH unterstützt den Vorschlag eines „Round Table“ des Bundesministeriums für Justiz, an dem Vertreter aus Politik, Kulturschaffende sowie die IKT-Branche gemeinsam eine nachhaltige und zukunftsfeste Lösung zur Entgeltung der Privatkopie erarbeiten.

 

In diesem Dialog sollen bestehende Lösungsmodelle bzw. neue Vergütungsmöglichkeiten diskutiert und ein treffsicheres, evidenzbasiertes und technologieneutrales Abgeltungssystem für Kulturschaffende entwickelt werden. „Es braucht aus unserer Sicht rasch einen Terminvorschlag für den „Round Table“, um all die Konzepte bzw. Lösungsmodelle konstruktiv zu diskutieren und eine tragfähige und zukunftweisende Lösung zu finden, die jedoch im Gegensatz zum ursprünglichen Vorschlag nicht zu enormen Zusatzbelastungen für Konsumenten und Wirtschaft führt“, fordert Hannes Ametsreiter, CEO der A1 Telekom Austria AG und IOÖ-Vizepräsident.

Als Grundlage für eine sachliche und transparente Diskussion müssen jedoch die konkreten Einnahmeverluste der Kulturschaffenden durch Privatkopien vorliegen. „In der jetzt geplanten Form ist eine Festplattenabgabe nichts anderes als eine Sondersteuer auf Handys, die den Konsumenten belasten. Ehe es darüber eine Entscheidung geben kann, müssen alle relevanten Daten auf den Tisch: Welchen Verdienstentgang gibt es überhaupt, wer ist betroffen, wer soll von einer Abgabe profitieren? Und es braucht eine zukunftsorientierte Lösung in Hinblick auf die völlige Veränderung durch Streamingdienste, keine verspätete Vergangenheitsbewältigung“, unterstreicht Andreas Bierwirth, CEO der T-Mobile Austria GmbH und IOÖ-Vizepräsident.

„In Folge der Digitalisierung haben sich nicht nur das Nutzungsverhalten der Konsumenten, sondern auch die Trägermedien für Privatkopien verändert. Es sollte deshalb nicht länger am überholten Modell einer technologiebezogenen Speicherabgabe festgehalten werden. Für die Entwicklung eines effektiven und nachhaltigen Abgeltungssystem für Kulturschaffende brauchen wir eine erneute politische Diskussion unter Einbeziehung aller relevanten Stakeholder“, so Jan Trionow, CEO der Hutchison Drei Austria GmbH und IOÖ-Vorstand. Der entgangene Deckungsbeitrag darf nicht über eine technologiefeindliche Festplattenabgabe eingehoben werden, da diese eine Belastung für die gesamte IKT-Branche darstellen würde. 

Foto: Lea M./pixelio