KSÖ Sicherheitskongress 2015

Am 23. Februar 2015 fand im Wiener Congress Center der 4. Sicherheitskongress des Kuratoriums Sicheres Österreich statt. Zentrales Thema war „Wachstum durch digitale Standortsicherung“. Im Rahmen des Kongresses wurden Chancen und Herausforderungen auf dem Weg zu einem cyber-sicheren Österreich diskutiert. 

 

Cyber-Security und ein vertrauenswürdiges Internet ist entscheidend für den Erfolg der digitalen Zukunft unserer Gesellschaft und Wirtschaft. Daher hat Microsoft in den letzten Jahren aktiv den Cyber-Security-Dialog zwischen politischen Entscheidungsträgern, technischen und nicht technischen Communities direkt unterstützt. Durch diese Zusammenarbeit haben wir gelernt, wie schwierig die ausgewogene Balance zwischen Wettbewerbsfähigkeit eines Landes und Reduzierung der Cyber-Security-Risken tatsächlich ist. Wir hoffen, dass es weiterhin gelingt bei der Erstellung eines neuen Cyber-Security-Gesetzes diesen fruchtbaren Dialog zu führen, um schlussendlich die österreichische Wirtschaft durch ein solides rechtliches Rahmenwerk im internationalen Wettbewerb zu stärken und gleichzeitig die Innovationsfähigkeit nicht zu hemmen.", so Harald Leitenmüller, Vorstand der INTERNETOFFENSIVE ÖSTERREICH und CTO Microsoft Österreich GmbH. 

 

Oettinger: „Datensicherheit muss Kulturgut werden“

Digitalkommissar Günther Oettinger hielt fest, dass EU-Standards zum Thema Datenschutz und -sicherheit formuliert und entwickelt werden müssen, welche auch weltweit als beachtlich angesehen werden. Datenschutz muss zu einem Gütesiegel eines Landes werden. Dies soll ebenfalls attraktiv auf Start-Ups und die Industrie wirken. Wenn diese in eine Niederlassung investieren, sollen sie auch auf einen hohen Datenschutz bauen können. Es ist nun an der Zeit, in den nächsten Monaten Tempo aufzuholen und gemeinsam Standards zu entwickeln, um die digitale Standortsicherung zu gewährleisten.

 

Cyber-Sicherheitsgesetz

Bundesministerin Johanna Mikl-Leitner sah als Voraussetzung für eine digitale Standortsicherung Österreichs, eine partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Behörden und der Wirtschaft. "Noch in dieser Legislaturperiode werden wir das neue Cyber-Sicherheitsgesetz auf den Weg bringen", hielt Mikl-Leitner fest. Ergebnisse sind bis Ende des Jahres zu erwarten.

Weiters kann Sicherheit nur gewährleistet werden, wenn man in vertrauensvolle Technologie investiert und Vorsorge trifft. Dies steigert einerseits die Dynamik der Wirtschaft und schafft darüber hinaus Arbeitsplätze.

 

Programm zum Schutz kritischer Infrastrukturen

Das BMI stellte weiters ein Programm zum Schutz kritischer Infrastrukturen vor. Dabei handelt es sich um Infrastrukturen, die eine wesentliche Rolle für die Aufrechterhaltung gesellschaftlicher Funktionen spielen - beispielsweise Krankenhäuser, Industriesteuerzentren oder die staatliche Verwaltung - und deren Störung schwere Folgen für das Wohl der Gesellschaft, Gesundheit oder Sicherheit hätten. In diesem Zusammenhang wurde Resilienz als Schlüsselansatz genannt. Resilienz stellt die Fähigkeit dar, Gefahren oder Bedrohungen zeitgerecht zu erkennen, auf diese zu reagieren und zu bewältigen und letztendlich sich anzupassen, um die betreffende Infrastrukturen oder Funktionen wiederherzustellen. Die österreichische Sicherheitsstrategie sieht vor, ein gesamtstaatliches Konzept zur Steigerung dieser Resilienz zu erarbeiten. Folglich sollen Unternehmen mit einer umfassenden Sicherheitsarchitektur ausgestattet werden, um über die eigene Verwundbarkeit Bescheid zu wissen, Maßnahmen ableiten und schlussendlich Risiken vermeiden oder minimieren zu können. 

Resilienz war ebenfalls zentraler Ansatzpunkt bei den Themen Internet of Things oder Industrie 4.0. Die Podiumsteilnehmer waren sich einig: hier ist die Gesetzgebung gefordert, wir benötigen Normen und Standards zur Sicherung unserer persönlichen oder industriellen Daten.